AktuellKünstlerische Neugestaltung der Brücke über den Weiher im Schlosspark SaynJan Schröder wird aus Anlass der Bundesgartenschau in Koblenz im Schlosspark Sayn ein neues Brückengeländer entwickeln.
Vorstellung der 5. KulturaktieAus der Website der Koblenzer Kulturstiftung (www.kulturstiftung-koblenz.de): "Vorstellung der 5. Kulturaktie gestaltet von Jan SchröderAm 2. Oktober wurde die 5. Kulturaktie im Rahmen der Ausstellungseröffnung form + farbe 2010 im Haus Metternich in Koblenz vorgestellt. Wir haben Jan Schröder in seinem Atlelier besucht und ihm die ersten Kulturaktien übergeben."
The Golden FactoryAus Anlass seines 60. Geburtstages hat Jan Schroeder in seinen Atelierraeumen eine Rauminstallation aufgebaut unter dem Titel„The Golden Factory – Zitate – Wandlungen“. Der Künstler persifliert hier und nimmt auf ironische Weise Stellung zu den Irritationen des globalisierten Kunstmarktes: Zitate von Richard Wagners „Rheingold“ mit einem Horn-Trio des Sinfonieorchesters Baden-Baden, zitiert und persifliert werden Andy Warhol mit seiner Silver Factory oder Damien Hirst mit seinem Goldenen Kalb
Gold. Golden facts, golden factory. Gold bleibt Gold. Gold glänzt. Gold ist Licht. Gold und rot. Der rote Teppich. Gold auf rotem Poliment. Das leuchtet besonders intensiv. Gold ist hart. Beständig. Kostbar. Gold überhöht. Der Schatz im Rhein. Der Goldschmuck der Skythen. Gold überlebt die Zeiten, die Wechselfälle des Schicksals. Goldzähne. Danke an das Leben, das mir so viel Gegeben hat. Gracias alla vida que mi ha dado tanto. Ein vergoldetes Leben. Echtes Gold. Erfundenes Gold. Die Thermofolien der Ersten Hilfe, klein gefaltet, die Knickkanten brechen und reflektieren die Goldfläche in alle Richtungen. Wenn das Licht aus ist, werden die Folien durchsichtig und man sieht die hässliche Decke des Ateliers. Die Wirklichkeit? Das Material? Die Arbeit? Gold versteckt, Gold verdeckt. Gold verspricht ewige Treue. Gold hält. Wände und Decke flattern golden. Flattergold. Sturmgold, das sind dickere Blättchen Gold, die draußen, bei Wind und Wetter, im Leben aufgetragen werden, um die Dinge, um unser Leben schön zu machen, schöner zu machen, sichtbar zu machen. Die vergoldete Kugel auf der Punta della dogana in Venedig, die im letzten Sonnenlicht aufblitzt. Sonne und Gold. Zwischen dem Flattergold die goldenen Kälber, das goldene Kalb. Rundum vergoldet, nicht nur Schädel und Hufe, dafür kleiner, aus Ton, im Wasser und angeleuchtet. Woher kommt das Licht? Aus dem Spiegel? Gold und Licht verspiegelt, verdoppelt, vervielfacht. Im Glaskasten, im Aquarium. Kein Tanz um die goldenen Kälber, sondern Tanz zwischen ihnen. Tango und Rheingold. Im Gold hängen die Bilder. Bilder aus dem Fluss des Lebens. Goldfluss? Goldrausch. Eine unbekannte Goldader in Kolumbien und nie gefunden. Aber irgendwann brechen sie hervor, die golden facts, aus dem Kessel des Alchimisten. Und überströmen uns. Tauchen uns ein in ein Fest der Sinne. Oder ist alles nur trügerischer Schein? Oder ein goldener Käfig? Diese Fragen und Assoziationen schwirren mir durch den Kopf, während ich auf einer der rot gepolsterten Sitzbänke im vergoldeten Atelier von Jan Schröder sitze. Und auch die Frage: Geht es nun um das Gold oder um die Kunst von Jan Schröder? „Über den Stoff noch siegte die Kunst“ schreib Ovid im 2. Buch seiner Metamorphosen, als er den von Gold prangenden Tempel des Sonnengotts beschreibt. Das ist es vielleicht, was dieser Raum uns mitteilt: All dieser schillernden Facetten, Varianten und Konnotationen von Gold zeigen uns die ebenso widersprüchliche Vielfalt der Welt, die Vielfalt des Lebens, die Vielfalt im eigenen Ich, die wir zulassen, die uns durchströmt und berauscht, die uns Genuss wie auch Leiden verschafft, von der wir nicht lassen können, der wir nicht entkommen können. Jan Schröders großformatigen Holzschnitte, die in diesem Lichtrausch hängen, sind ein zugleich bescheidener wie auch selbstbewusster Hinweis darauf. Und jetzt lese ich zum zweiten Mal das Motto der Ausstellung, mit groben Strichen auf die Goldfolie gepinselt: Gracias alla vida que mi ha dado tanto. Fast ist man versucht, den Künstler wie Caspar David Friedrichs Wanderer über dem Wolkenmeer zu sehen, als sei er auf dem Höhepunkt seiner Wanderung angekommen. Was kann höher sein als Gold? Aber daran hindern uns die durchaus ironischen Zitate von Andy Warhol (Silver Factory) und Damien Hirst (das goldene Kalb wird zur kleinen Herde). Der Weg geht weiter. Und wir fragen uns voller Neugier auf die nächste Ausstellung: Was liegt hinter dem Gold? Auf jeden Fall die weiß gekalkte Decke des Ateliers. (Gesa Egge, Hamburg) Rede von Bartori zur Austellungseröffnung Flying Boat IIEin fünf Meter langer Bootskörper aus Eiche, aufgestellt auf einem Stahlgerüst auf der Hafenmole von Bingen. Dieses Boot markiert quasi den Eingang zum Weltkulturerbe Oberes Mittelrhein-Tal.
"The Flying Boat II", FotomontageEinige Fotos vom Symposium
Letzte Aktualisierung: 11.12.10 |